Mrz
24
2012

Höhere Auflösungen mit Windows 8

Ich hatte vor einiger Zeit einen ausführlichen Artikel über die Pixeldichte moderner Displays geschrieben, und diese dabei mit dem Retina Display von Appe vergleicht. Denn jenes hat aktuell die weitaus höchste Pixeldichte und liefert wahrhaftig scharfe Bilder und Schriften. Mein Wunsch wäre es, auch Computer-Bildschirme mit ähnlichen Verhältnissen zwischen Auflösung und Größe zu haben.

Wie Golem.de berichtet, macht sich Microsoft für Windows 8 Gedanken zu diesem Thema. Eine tiefgreifende Änderung diesbezüglich ist der zwingende Maximalmodus für Apps in der Metro-UI. Es soll dort keine in der Größe veränderlichen Fenster mehr geben. Das klingt im ersten Moment etwas radikal, folgt aber aus der Tatsache, dass heute fast alle Andwendungen im Vollbildmodus laufen – besonders auf Notebooks. Nur wenige Benutzer ordnen sich die Fenster der Applikationen an. Man beachte: Die bisher gewohnte klassiche Oberfläche von Windows ist aber weiterhin verfügbar und eine Backup-Alternative zur neuen Metro-UI.

 

Weiterhin möglich ist aber die Verwendung zweier Apps parallel. Neben der primären App läuft eine zweite mit einer Breite von 320 Pixeln, die ihre Oberfläche für den Sekundärbetrieb anpasst. Dieser Snap-Modus ist aber nur ab einer Auflösung von 1366 Pixeln in der Breite möglich, denn das wirklich interessante kommt erst: Für Windows 8 gilt eine Mindestauflösung von 1024 x 768 Pixel. Entsprechend hat die primäre App immer mindestens eine Breite von 1024 Pixeln. Das ist vor allem für Webentwickler angenehm.

Außerdem laufen Metro-Apps auch noch auf einer Auflösung von 2560 x 1600 Pixeln – Microsoft hat entsprechende Vorkehrungen getroffen und setzt der Auflösung nach oben hin keine Grenze. Üblicherweise wird bei einer höheren Auflösung erwartet, dass mehr Inhalte auf dem Bildschirm Platz finden. Das geht zwar auf Kosten der Größe einzelner Elemente, muss bei einer hohen Auflösung aber nicht so schlimm sein. Entwickler können auf Layout-Controls und -Techniken zurückgreifen, um ihre Apps bei höheren Auflösungen mehr Inhalte anzeigen zu lassen – anstatt leerer Füllflächen.

Alles schön und gut, aber wo bleibt der Zusammenhang mit der Pixeldichte, fragt ihr euch vielleicht. Eine weitere Neuheit von Windows 8 ist der Umgang mit der Pixeldichte des Bildschirms. Damit Schriften bei hohen Pixeldichten nicht zu klein dargestellt werde, passt Windows und Apps, die das neue Windows API WinRT nutzen, die Schriftgröße automatisch an. Es wird abhängig vom verwendeten Bildschirm eine der drei Skalierungsstufen von 100, 140 oder 180 Prozent verwendet.  Apple nutzt beim neuen Ipad beispielsweise eine Skalierung von 200 Prozent. Damit auch die Bilder der Windows 8 Apps stets gut aussehen, sollen Entwickler drei Versionen bereit halten – für jede Skalierung eine.

In der Grafik oben seht ihr die Größe eines Bedienelements in mm abhänging von der Pixeldichte des Bildschirms in dpi im Windows 8 Metro-UI. Mit steigender Pixeldichte wird das Bedienelement und der Text kleiner. Beim ersten Sprung in der Gegend von 170 dpi, wird jedoch die Skalierung von 100 auf 140 Prozent geändert und Schrift und Bedienelement sind wieder in angenehmer Größe, aber deutlich besser aufgelöst. Auf eine Skalierung von 180 Prozent wird ab einer Pixeldichte von 240 dpi gewechselt. Die effektive Größe des Bedienelements ist in diesem Fall vergleichbar mit jener bei 140 dpi, es stehen also fast doppelt so viel Pixel zur Verfügung um das Element aufzulösen – es sieht deutlich schärfer aus.

Es geht also in der Tat in die Richtung, die ich mir im letzten Artikel gewünscht hatte. Höhere Auflösungen nicht nur um mehr Inhalte anzeigen zu können, sondern auch um vorhandene Elemente schärfer darzustellen. Leider fehlt noch die Hardware, aber die wird jetzt hoffentlich auch kommen. Ich halte euch informiert, wenn es so weit ist.

Quelle: www.golem.de

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Als technikbegeisterter Physikstudent befasse ich mich gerne in meiner (teilweise spärlichen) Freizeit mit den neuesten Technik und IT Trends. Ich möchte auf meinem Blog Retracked.net einige meiner Recherchen oder einfach nur Themen, die ich spannend finde, mit euch teilen.

4 Kommentare + Kommentar hinzufügen

  • Klingt sehr interessant, wir kommen also der Auflösung vom normal gedruckten Papier immer näher.

  • [...] ich bereits berichtet hatte, wird mit Windows 8 auch die Skalierung der Schriften und Elemente verbessert, womit einer [...]

  • Hey, bin zufällig über beide deine Texte gestolpert,

    ich bin schon seit Jahren frustriert, dass gerade im unter 15″ zoll Laptop Segment nix vernuenftiges mit hd+ bzw wxga++ zu finden ist, oder höher.

    Vllt ein kleiner Tipp an dich,

    MacBooc Pro 2012 wird ganz hart auf ein Retinadisplay spekuliert, was heißt,
    15″ mit 2560*1440 Pixeln.

    Ploed nur, dass wenn ich das dingen an meinen 27″er anschließen werd, ne geringere Auflösung fahren muss, aber größerer Bildschirm erlaubt angenehmens zurücklehnen.

    Da ich seit wochen ein neues Laptop kaufen muss, und meine Leben wesentlich komplizierter geworden ist, dadurch das ichs nicht tat, werd ich mir wohl nen neuen mac gönnen, einfach nur fürs Auge, ;)

    glg

    • Schon zu hören, dass es Gleichgesinnte gibt ;)

      Habe auch schon von den Gerüchten bezüglich eines Retina-Displays im kommenden MacBook gehört, allerdings kommt für mich ein Wechsel zurzeit nicht in Frage. Sehr wohl bin ich aber gespannt, was Apple da aus dem Hut zaubert. Eine vernünftige Auflösung wäre sicher ein gutes Kaufargument – besonders fürs Auge :)

      Lg
      Andi

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