Okt
10
2012

txtr beagle: Neuer E-Book-Reader zum Minimalpreis

Die Berliner Firma txtr hat einen E-Book-Reader vorgestellt, der durch seinen Preis bestechen soll. Während der Preis des Amazon Kindle erst kürzlich mit der Veröffentlichung eines neuen Modells von 99 auf 79 Euro gesenkt wurde, soll der txtr nicht viel mehr als 10 Euro kosten. Wie das möglich ist?

Im Gegensatz zu Amazon, Sony und den weiteren E-Book-Reader-Herstellern will man mit dem beagle kein komplett eigenständiges Gerät verkaufen. Vielmehr ist der eReader als Zubehör zu einem Mobiltelefon gedacht, das per Bluetooth darauf zugreifen kann. Weitere Schnittstellen besitzt der eReader nicht – auch kein USB.

Damit kann man einiges an Kosten einsparen. Weiterhin werden die E-Books, bevor sie auf dem Gerät landen, vom Mobiltelefon oder dem PC vorgerendert (die Darstellung wird bereits im Voraus generiert) und erst dann per Bluetooth übertragen. Das senkt die notwendige Prozessorleistung und auch die Rechenzeit. Es profitieren also Preis (durch einen günstigeren Prozessor) und die Batterielaufzeit.

Batterie- und nicht Akkulaufzeit wohlgemerkt. Denn mit Strom wird der beagle von zwei AAA-Batterien versorgt. Deshalb auch die Ausbuchtung an der Unterseite, die aber laut Produktfotos auch als Haltehilfe dienen soll. Das Display ist, wie sich vermuten lässt, von der eInk-Sparte. Bei einer Größe von 5 Zoll bietet es eine Auflösung von 800×600 Pixeln – also 200 ppi Pixeldichte. Es ist damit einen Zoll kleiner als jenes des Kindle 4, bietet aber die selbe Auflösung. Der Kindle 5 Paperwhite (bisher nur in den USA erhältlich) hingegen hat in etwa die selbe Pixeldichte (6 Zoll, 1024×758 Pixel, 212 ppi).

Die Methode des Vorrenderns hat aber auch einen Nachteil: es wird deutlich mehr Speicher für ein einzelnes „Buch“ benötigt – zumindest ist dieser mit 4 Gigabyte recht groß. Durch das Duett-Prinzip mit dem Smartphone, lässt sich aber im Handumdrehen die Lektüre auf dem beagle austauschen – schlau ausgeklügelt. Vorerst gibt es nur eine trxt Android-App und ein Programm für den PC, Support für iOS soll aber noch folgen.

Der Vertrieb wird vorerst nur über Mobilfunkanbieter erfolgen, als Zubehör zu Smartphones für einen Preis von etwa 10 Euro. Bei großem Interesse ist für den Hersteller txtr auch ein freier Vertrieb des beagle denkbar, der in den Farben Jade Grün, Grapefruit, Violett und Türkis daher kommt. Im Lieferumfang befindet sich neben des Readers nur eine Schnellstartanleitung und 2 AAA-Batterien. Immerhin. Kabel braucht es ja keine, ohne einen Anschluss dafür.

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Über den Autor:

Als technikbegeisterter Physikstudent befasse ich mich gerne in meiner (teilweise spärlichen) Freizeit mit den neuesten Technik und IT Trends. Ich möchte auf meinem Blog Retracked.net einige meiner Recherchen oder einfach nur Themen, die ich spannend finde, mit euch teilen.

9 Kommentare + Kommentar hinzufügen

  • Wow, das nenn ich mal einen Kampfpreis und auch noch eine ziemlich clevere Idee obendrein. Smartphone hat wohl eh so ziemlich jeder der einen eReader in Betracht zieht seine Buecher zu ersetzen. Also ich bin recht angetan :) Gibt es auch Infos darueber welche eBook Formate unterstuetzt werden bzw. wie man diese dann erstehen kann?

    Nerdige Gruesse,
    Sascha

    • Es sollen alle aktuellen E-Book-Formate unterstützt werden. Durch das Vorrendern muss nur die App das Format unterstützen, auf dem beagle selbst ändert sich dann nichts mehr. Insofern denke ich wird man auch nicht Zoomen oder die Ansicht drehen können (bei Pdfs oft nützlich).
      Die E-Books bekommt man über einen Shop für E-Books, den txtr schon länger betreibt. Apps gibt es für Android und iOS bereits. Die App für den beagle unterstützt hoffentlich aber auch fremde Dateien.

  • Okeyyyy… das ist echt ne Hausnummer!
    Was mir aber sofort in den Kopf schießt sind zwei Fragen:

    1) Wird eine Dauerhafte Verbindung zum Mobiltelefon vorausgesetzt um so das Buch zu streamen? Oder nur einmalig. Dauerhaft wär ein NoGo. Denn nach 2 Stunden wär dann auch mein Handy aus, da Bluetooth nunmal fett Saft braucht.

    2) Wie viele Bücher kann man denn vorrendern und bereits übertragen?

    3) ja ok ein 3. gibts doch ;) Akkus wird man ja trotzdem dort verwenden können. Falls nicht (die haben ja meist etwas weniger Ampere) wär das schon schade.

    • Zu 1) Nein, es wird keine dauerhafte Verbindung benötigt. Das Buch wird auf das Gerät gestreamt und dort abgespeichert.

      Zu 2) Computerbase meint, solche Bücher im RAW-Format können mehrere Hundert Megabyte groß sein, was bedeuten würde, dass immer noch gut 4 Bücher auf den 4 Gigabyte großen Speicher passen. Da man per Smartphone die sonst nur einige Megabyte großen Bücher schnell wechseln kann, finde ich das mehr als ausreichend.

      Zu 3) Wiederaufladbare AAA-Batterien haben 1,3 anstatt 1,5 Volt, d.h. eine geringere Spannung. Wenn das nicht eigens vorgesehen wird, könnten Prozessor und Display bei nur 2*1,3 Volt nicht mehr arbeiten, wenn insgesamt 3 benötigt werden. Aber der Hersteller spricht davon, dass 14-16 Titel mit zwei Batterien gelesen werden können. Das ist schon einiges

      Ich muss sagen ich bin auch recht begeistert vom Prinzip, da wäre viel Potential für mehr (große Displays für A4 usw)

      • zu 1) Perfekt!

        zu 2) Aktuell hat man auch nur 1 (gedrucktes) Buch mit. Also von daher reichen 4 Bücher ja locker aus. Wenn nicht, dann hat man den rest auf dem Handy und streamt sie eben rüber :)

        zu 3) Ok Spannung und nicht Ampere ;) Aber genau das meinte ich. Ok wenn man die dann 1 Jahr lang nutzen kann, dann wär das schon ok. In den meisten FB der TVs schlummern ja meist auch noch die ersten Batterien vom Hersteller ;)

        Aber ich find es trotzdem krass, das die das für 10 Eur anbieten wollen/können. Sind die Produktionskosten so gering?
        Ach und da dazu nix im Text steht. Ist das Display denn das gleich was auch die anderen Reader nutzen? Oder weicht das ab und ist sozusagen schlechter? Ich meine nicht die Auflösung, sondern die Technik.

        • Sry, bin Physiker ;)

          Ich kann fast nicht glauben, dass die mit 10 Euro Gerätepreis einen Gewinn einfahren können. Wird wohl wieder mal so ein Subventionsgerät werden, wie beim Kindle Fire, wo der Hersteller mit den Folgekäufen das Geld verdient.

          Zu den eInk Display finden sich wenig technische Angaben. Es handelt sich beim beagle laut Computerbase um das „E-Ink-Vizplex“-Display (wurde 2007 vorgestellt, siehe golem.de) mit 8 Graustufen. Die neuen Kindle habe alle bereits 16 Graufstufen und anscheinend das neuere „E Ink Pearl“-Display verbaut. Wie gut die Qualität des Vizplex ist, kann ich leider nicht sagen.

        • Heise.de berichtet übrigens folgendes:

          [Update: 09.10.2012 20:30 Uhr] Entgegen des ursprünglichen Wortlauts der Meldung ist auf dem Txtr Beagle selbst lediglich Platz für „bis zu fünf vorgerenderte Bücher“.

  • Danke für die Rückmeldung. Ich hab mir mal das Video dort angesehen und mal registriert. Bin gespannt wann und wo es die teile gibt. Und für 10 Eur.. wieso nicht!

    • Ich finde das Video grässlich :) Aber bin auch gespannt wie es weiter geht

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